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Schwarze Kinder-Weiße Eltern


Nichts finde ich zum augenblicklichen Zeitpunkt so anstrengend  wie die gerne mit Nachdruck und viel Gefühl verbreiteten Multi-Kulti-Ideologeme gut situierter mittelständischer Eltern, die gerade kürzlich ein kleines schwarzes Kind adoptiert haben und sich dabei so gar nicht vorstellen können, wovon irgendwer spricht, der oder die es wagt anzudeuten, dass Diskriminierung und Rassismus jemals ein gravierendes Thema für ihr Kind werden könnte: Wir leben doch, zumindest wenn wir nicht im Prekariat beheimatet sind, alle so friedlich zusammen – und wir haben doch alle irgendwelche Vorfahren von irgendwoher aus der Welt, denen wir Begabungen und Eigenarten verdanken, und wir sind doch zudem hier nicht in Amerika (…) – und wir verstehen uns sowieso multikulturell, mit vielen Freunden aus aller Welt …

Stimmt. (Immer vorausgesetzt, es gelingt uns dabei, wenigstens finanziell und dem sozialen Status nach unter unseresgleichen zu bleiben). Und stimmt doch auch ganz und gar nicht. Ich glaube unterdessen, wir Eltern–auf der Seite der Unauffälligen stehend   – werden die Erfahrungen niemals verstehen, welche unsere Kinder dann machen, wenn sie älter, ohne unsere Begleitung und in einem fremden Umfeld unterwegs sind.

Ich schließe Details unserer persönlichen Erfahrungen an dieser Stelle nicht nur deshalb aus, um die Privatsphäre meiner Kinder zu schützen; ich bin auch davon überzeugt, dass, was mich in der Beobachterrolle bei so mancher Erfahrung meiner Kinder unsagbar empört, noch eine ziemlich abgemilderte Variante dessen ist, was grundsätzlich und allgemein möglich ist.

Natürlich stellen sich Themen aufgrund von Erfahrungen. Und zugleich stellt sich die Frage nach den Möglichkeiten, sich mit den Kindern, welche aus dem geschützten Umfeld der Familie langsam ins öffentliche Leben und in die Welt heraustreten, auf die Auseinandersetzung mit dem Thema „Schwarze Kinder-Weiße Eltern“ vorzubereiten, bestmöglich vorzubereiten. Dies – in Verbindung mit einer gelegentlichen Vorstellung bekannter afrodeutscher Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus den Bereichen Kultur und Politik –  ist in der nächsten Zeit der Schwerpunkt in diesem Blog.

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Aktuelle Empfehlung, Stand 1–3- August: Dr. John Raible hat zwei Interviews über TRA veröffentlicht – in Videoform. Für weiße Eltern schwarzer Kinder sehr empfehlenswert!

http://johnraible.wordpress.com/2011/08/02/nigger-lips-and-other-fun-memories/

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