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Über Adoption und PTBS

März 15, 2013

Ich drucke hier ein Zitat aus „…rooted in love“, von Jillian Anderson, ab, das aus einem längeren Text stammt. Auf der einen Seite reflektiert es die persönliche Erfahrung einer Mutter, die es wirklich gut mit ihrem äthiopischen Sohn meint – und wieder und wieder an Grenzen stößt. Auf der anderen spiegelt dieser Text viel von den Erfahrungen wieder, die so manche Familie gemacht hat, aber nur hinter vorgehaltener Hand mit anderen teilt.

Wer sich das nicht vorstellen kann, möge aktuell einen Blick ins amerikanische Yahoo-Äthiopienforum werfen, wo augenblicklich zahlreiche Familien über die ersten Monate nach der Ankunft ihrer Kinder berichten. In vielen Fällen gelingt es, aus dem Chaos eine stabile Beziehung zu entwickeln. Leider, wie man immer wieder hört, in vielen eben auch nicht. Manchmal führt der Weg in die Familie zunächst in eine erneute Institutionalisierung, wie im Fall von Jillians Sohn.

We have to accept that even if a child was from a horrifically abusive and neglectful background, adoption itself is trauma. Changing countries, languages, food, surroundings, smells, familiar people- is traumatic at any age. (Add in the complication if they were in a loving family and forcibly or fraudulently removed.)We are causing trauma and declaring the ends justify the means. We aren’t the ones that get to say that. That isn’t our judgement call to make.We are causing trauma, pledging allegiance to „attachment specialists“ without a lick of real data to prove their methods and then we are falling apart at the trauma circulating throughout the house from family member to family member, which in turn causes more trauma for everyone involved, especially the child that was just placed with strangers that can’t speak their language and keep touching the child. When do we stop pissing in the wind? When do we say enough is enough? When do we realize that we, the adoptive parents, do *not* have the life experience to say the ends justify the means?

Wir müssen akzeptieren, dass, auch wenn ein Kind aus einem furchtbaren, misshandelnden und vernachlässingenden Umfeld stammt, die Adoption an sich doch immer noch ein Trauma ist. In ein anderes Land umzuziehen, die Sprache zu verlieren, Essen, Umgebung, Gerüche, vertraute Personen – das ist in jedem Alter eine traumatische Erfahrung (abgesehen von der möglichen Komplikation,  in einer liebevollen Familie gelebt zu haben und gewaltsam oder betrügerisch dort herausgenommen worden zu sein.) Wir verursachen ein Trauma und erklären dabei, der Zweck heilige die Mittel. Wir sind aber nicht diejenigen, die darüber zu befinden haben – das unterliegt nicht unserem Urteilsvermögen. Wir verursachen eine traumatische Erfahrung und verinnerlichen dabei Bindungstheorien, die von Menschen gemacht werden, die keine empirischen Daten darüber vorweisen können und ihre Methoden nicht rechtfertigen können. Dann, wenn alles zusammenbricht, wird  das Trauma sich durch den gesamten Haushalt weitergereicht, von einem Familienmitglied zum nächsten, und retraumatisiert immer wieder das Kind, das gerade zu komplett Fremden gebracht wurde, die seine Sprache nicht sprechen, aber meinen es immer wieder anfassen zu dürfen. …

Diese Sicht der Dinge passt nicht zu Hochglanzbroschüren über die Linderung von Kinderelend durch internationale Adoption – Es ist gerade deshalb immer wieder wichtig, sie immer wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken.

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