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Was ist das überhaupt, Rassismus?

April 17, 2011

 Versuch einer Definition in Zitaten*:

Was ist Rassismus

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„Rassistisches Verhalten ist, wenn Menschen andere Menschen aufgrund ihres Aussehens, ihrer Herkunft, ihrer Lebensweise oder ihrer Kultur ausgrenzen, verurteilen, benachteiligen, verspotten oder angreifen. Der Mensch mit anderen äußeren Merkmalen wird somit nicht als gleichrangige Persönlichkeit geachtet und erfährt Missachtung und Ausgrenzung. Das schlimmste Ausmaß von Ausgrenzung ist die Bedrohung der Menschen: die versteckte Gewalt in Form von Blicken und Äußerungen und die offene Gewalt in Form von Übergriffen.“

Gegenstand und Definition

„Das bloße Aufzeigen einer Verschiedenheit zwischen zwei Individuen oder Gruppen stellt, […] für sich allein genommen noch keinen Rassismus dar. „Der Rassismus liegt nicht in der Feststellung eines Unterschieds, sondern in dessen Verwendung gegen einen anderen“ (Memmi, S. 214).[37]Der Rassismus ist die Wertung [..]“, er beginnt dort, wo der Unterschied eine Interpretation[43] erfährt und ihm eine (zusätzliche) Bedeutung beigemessen wird, in der Art, dass sie (ab)wertend wirkt und Nachteile für den Bewerteten nach sich zieht.[44]Erst im Kontext des Rassismus nimmt diese Betonung des Unterschieds eine besondere Bedeutung an [..]“ (Memmi, S. 166).[37] Die Hervorhebung von tatsächlichen oder eingebildeten Unterschieden ist für Memmi lediglich ein „bequemes Werkzeug für etwas ganz anderes, nämlich die Infragestellung des Opfer“

Rassismus ist bequem

„Rassismus behandelt Menschen nicht als Individuen, sondern als Angehörige einer Gruppe – und unterstellt, dass sich aus dieser Gruppenzugehörigkeit unveränderliche Eigenschaften, Fähigkeiten oder Charakterzüge ableiten. Dabei wird die eigene Gruppe meist als höherwertig begriffen. Klassischer Rassismus basiert auf einer wissenschaftlich längst überholten Einteilung der Menschheit in „Rassen“. Auch deshalb versuchen Rechtsextremisten seit den siebziger Jahren, neue Begründungen für ihren Rassismus zu finden.

Rassismus findet sich überall, im Alltag, in der Geschichte, in der Politik – und sicherlich auch in Ihrem eigenen Kopf. Denn Rassismus kann bequem sein. Man kann sich damit ganz einfach die Welt erklären oder sich selbst über andere Menschen stellen. Rassismus zeigt sich zum Beispiel in privaten Vorurteilen, in staatlicher Diskriminierung, in Gewalttaten oder – im extremsten Fall – in Völkermord. Politisch kann Rassismus sehr nützlich sein, um Herrschaftsverhältnisse zu begründen und Menschen für ganz andere Zwecke zu mobilisieren. […]In einer Schulungsbroschüre der NPD für ihre Kader heißt es: „Ein Afrikaner, Asiate oder Orientale wird nie Deutscher werden können, weil die Verleihung bedruckten Papiers [des bundesdeutschen Passes] ja nicht die biologischen Erbanlagen verändert, die für die Ausprägung körperlicher, geistiger und seelischer Merkmale von Einzelmenschen verantwortlich sind.“

*Die Quelle für das jeweilige Zitat ist unter dem Link in der Überschrift verzeichnet

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