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Betyie

Februar 27, 2010

at home

Hier sind Geschichten und  aus dem deutsch-äthiopischen Leben  ebensolcher Familien gesammelt, sowie Beiträge zu den Themen

Ethik in internationaler Adoption

Verschiedene Ansätze zur Reform des internationalen Adoptionswesens

Offene Adoption

Umgang mit der Herkunftsfamilie der Kinder

Bewahrung der ethnischen Identität in bikulturellen Familien

Besondere Herausforderungen bei der Adoption älterer Kinder

Umgang mit Diskriminierung und Rassismus in Deutschland.

Bei Interesse an einer Adoption, einer internationalen Adoption oder einer Adoption aus Äthiopien  kann man hier erste Informationen und Eindrücke aus der Sicht von Eltern gewinnen.

Erfahrene Eltern finden hier vielleicht ebenfalls die ein oder andere Anregung.

Dieses Blog lag (Stand Mitte Juni 2012) ein ganzes Jahr lang still. Derzeit werden Beiträge aus anderen Formaten ergänzt.  Derzeit liegt ein Schwerpunkt auf dem Thema „Möglichkeiten der Reform der Internationalen Adoption“.

Disclaimer:

Wir drucken keinerlei Bilder, Namen oder Daten von Kindern ab, die zur Adoption freigegeben wurden oder hier als Adoptivkinder leben.Beiträge, die uns Bekannte überlassen, werden von uns überarbeitet und anonymisiert.Wir wollen und können keine Einschätzung oder gar Empfehlungen bezüglich der Arbeit von Vermittlungsstellen geben, da wir keinerlei Kenntnis über deren aktuelle Modalitäten haben.Hinweise auf Artikel anderer Autoren, in welcher Form auch immer sie vorliegen (Zeitung, Blog, Mail … ) verstehen sich als Zitat (im strengen Sinn) und sind jeweils so gekennzeichnet. Auf Inhalte von Links oder verlinkten Seiten haben wir keinen Einfluss.

Post ist willkommen an: Betyie@web.de

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Das Gesicht seiner Mutter

Juni 26, 2016

Mein Sohn musste letzthin ein Krisengespräch mit einer erwachsenen Bezugsperson führen, das man keinem wünscht- einem Erwachsenen nicht, aber noch viel weniger einem Jungen von 14, der gerade dabei ist sich als Person zu finden.

Das Setting: Überhohe Ansprüche und wenig Emphatie aufseiten des Erwachsenen, Resignation und Bockigkeiten aufseiten des Jugendlichen.

Zum Glück konnte ich anwesend sein. Und ich konnte beobachten, wie mein sonst sehr zurückhaltender Junge sich ganz langsam aufrichtete und begann sich zu wappnen. Mit sehr leiser Stimme sprach er dann und sagte alles, was von seiner Seite aus zu sagen war, in einer Klarheit, die keine Fragen offen ließ. Einer erwachsenen Person gegenüber, die man respektiert und auf die man angewiesen ist, die Meinung offen zu vertreten und klar zu benennen, was einen stört – ohne dabei in Polemik zu verfallen – das fand ich für einen Jungen diesen Alters sehr bewundernswert.

Was mich aber bis jetzt beschäftigt, ist, was ich zu sehen bekam: Mein Sohn war in diesem Moment der Wahrheit das Ebenbild seiner ersten Mutter.

Übertrieben ähnlich sehen sich die beiden sonst nicht. Aber diesen Moment besschreibt genau der Ausdruck „ihr wie aus dem Gesicht geschnitten.“

Gott sei Dank kenne ich sie, habe ihre Mimik vor Augen und durfte das wahrnehmen.

Ich glaube, weil er in diesem wichtigen Augenblick ganz er selbst und bei sich selbst war, glich er auf solche Weise seiner Mutter, die ihn geboren hat.

Was hätten er und ich verpasst, wenn wir sie heute nicht mehr kennen würden.

Von Mäusen, Wildschweinen und Familiensorgen

Juni 11, 2016

Heute beim Blick in die Zeitung zum Frühstück:

Wir durften unter der Rubrik „Aus aller Welt“ zwei Meldungen lesen, genau nebeneinander platziert, deren Wichtigkeit offenbar außer Frage steht, sonst wären sie nicht auf der Deckseite gelandet.

In Landsberg am Lech konnte eine Feldmaus vor dem Ertrinken gerettet werden, nachdem jemand mit der Mitteilung, eine treibe im Lech, vierzig Einsatzkräfte mobilisiert hatte. Den Anrufer erwartet eine Anzeige, aber – immerhin- die Maus lebt.

Weniger Glück hatte einer von zwei Frischlingen, der in Koblenz in einen Pool gefallen war. Er ertrank, während noch fraglich ist, was mit seinem Geschwister geschieht, da die zuvor noch im Gebüsch vermutete Muttersau noch nicht wieder aufgetaucht ist, um ihn mitzunehmen.

Es braucht all meine Fähigkeit zur Selbstsuggestion mir einzureden, dass ich viel zu friedliebend und tolerant bin um mich zu fragen, ob die Redaktion möglicherweise an einem schwerwiegenden Realitätsverlust leiden könnte.

Natürlich, Wirklichkeiten unterscheiden sich, sage ich mir – was bilde ich mir ein, meine Alltagserfahrungen zum Maßstab dessen zu machen, was meldenswert sein soll.

Und gewiss, es gibt zahlreiche Menschen, denen das Wohlergehen von Tieren sehr am Herzen liegt. (So lange ich nicht mangelnder Tierliebe geziehen werde, wenn ich erkläre, dass ich mich sicher nicht gegen das Tierelend engagieren werde, ist das völlig in Ordnung für mich.)

Vielleicht ist für den ein oder anderen die Meldung über ertrunkene und gerettete Tiere tatsächlich lesenswert.

Ich dagegen muss mich sehr anstrengen, sie nicht als Schlag ins Gesicht zu empfinden.

Und ich glaube, das können  diejenigen nachvollziehen, die ihr Leben mit Menschen teilen, die den Verlust eines Freundes zu beklagen haben -eines Familienmitglieds gar. Den Tod durch Ertrinken nämlich, im Mittelmeer, auf dem Weg in ein besseres Leben.

Eine Woche lang wurde hier getrauert um eine fünfzehnjährige Schülerin, die glaubte, ihr Leben beginne nun bald ganz neu -und deren Familie nichts bleibt als das facebook-account mit dem strahlenden, erwartungsfrohen Mädchen auf dem Profilfoto und dem Foto des angespülten Leichnams, untertitelt mit den Buchstaben R.I.P.

Es ist nicht nur ein Kopfschütteln, diesmal, das vom Blick in die Zeitung übrigbleibt. In diesen Zeiten darf es auch einmal Zorn sein und Empörung.

 

 

Eine Rede, die nicht so schnell vergessen wird

Juni 11, 2016

Der Größte

Juni 4, 2016

Service to others is the rent you pay for your room here on earth.

Muhammad Ali

(Read more at: http://www.brainyquote.com/quotes/quotes/m/muhammadal136676.html
R.I.P.

Lieblingslied – für meine Kinder

Juni 4, 2016

https://i1.wp.com/img2-ak.lst.fm/i/u/174s/88cff83ceb084cf88a9373e5e7246978.pngSamy Delux: Superheld

(Neue Version kann man auf You Tube anschauen)

 

 
Ich wär‘ so gern dein Superheld
Mh yeeeey

Denn viele Leute können sich nicht vorstellen
Und wissen nicht was es heißt,
Wenn dein Sohn neben dir im Bett liegt
Und dir sagt er wär‘ gerne weiß.
Und du weißt, alle seine Superhelden sind weiß
Von Harry Potter hin zu Luke
Aber glaub mir, würden die dich persönlich kennen,
würden die aussehen wollen wie du.
Und ich weiß es,
dass es manchmal nicht leicht ist,
braun zu sein wenn die Mehrheit hier weiß ist,
und man schaut sich um und vergleicht sich, fühlt sich alleine und ist verzweifelt.
Ich hab’s am eigenen Leib erlebt,
aber hab mit der Zeit gelernt,
dass die Zweifel und der Schmerz mit den Jahr’n vergeh’n
Und du erkennst deinen eigenen Wert, aber bis dahin:

Refrain:
Wär‘ ich so gern dein Superheld,
dein Superheld mit brauner Haut,
aber ich kann nicht durch die Lüfte fliegen,
kann aus den Händen keine Blitze schießen,
aber was ich kann, ist für dich da zu sein und dir versprechen, dich zu lieben.

Denn viele Leute könn’n es sich nicht vorstellen
und wissen nicht wie es is‘,
wenn man als brauner Junge in einem weißen Land aufwächst und irgendwas vermisst, was du hier nicht kriechst
Weil du oft hier der Einzige bist
und ab und zu wirst du gedisst
Aber glaub mir
Nein besser noch, Baby, glaub an dich
Und kannst alles schaffen was du willst.
Doch ich weiß es,
dass es manchmal nicht leicht ist,
anders zu sein wenn die Mehrheit hier gleich ist
Und man schaut sich um und vergleicht sich,
fühlt sich alleine und is‘ verzweifelt.
Ich hab’s am eignen Leib erlebt,
aber bin meinen Weg gegangen und bin kein Superheld (ohhh nein)
Nur ein einfacher Mann, der für dich da sein wird sein Leben lang

Aber trotzdem:

Refrain:
Wär‘ ich so gern dein Superheld,
dein Superheld mit brauner Haut,
aber ich kann nicht durch die Lüfte fliegen,
kann aus den Händen keine Blitze schießen,
aber was ich kann, ist für dich da zu sein und dir versprechen, dich zu lieben.

(Duum, du du duduuum, (ja), du du dudum (eeeeeey))
Pass auf!
Mein Superheld ist grade mal halb so groß wie ich,
nein er ist kein großer Typ,
aber schon so großartig.
Ja, das ist mein kleiner Mann,
scheint als ob er alles kann
er spielt so gut Fußball,
in zwei Jahren zieht er Ballack ab.
Er kann schnell rennen, gut schwimmen, sicher Fahrrad fahren,
malt mir schöne Bilder an Weihnachten oder Vatertag,
er singt, spielt Klavier und spielt die Drums
Baut innerhalb einer Minute so’n Transformer zusammen!
Doch das ist nicht alles was er kann,
Er kann schreiben und lesen,
rechnen, aber auch freestylen und breaken,
passt in der Schule auf, denn er will gebildet sein,
er ist immer nett zu Menschen,
er ist immer hilfsbereit.
Superdicke Muckis und Sixpack aus Stahl,
Superheld mit brauner Haut ist jetzt normal
und es gibt da draußen viele davon,
wartet ab, eure Zeit hier hat grade erst begonn’n
(dow ow ow ow yeah)

Refrain:
Wär‘ ich so gern dein Superheld,
dein Superheld mit brauner Haut,
aber ich kann nicht durch die Lüfte fliegen,
kann aus den Händen keine Blitze schießen,
aber was ich kann, ist für dich da zu sein und dir versprechen, dich zu lieben.

Battle Royal: Racism, Football, and an Adoptee in Idaho

Juni 2, 2016

Light of Day Stories

In 1952, Ralph Ellison published „Invisible Man,“ a classic, highly acclaimed novel. The first chapter, „Battle Royal,“ tells of a black boy in his senior year of high school. He is invited to deliver his high school graduation speech in front of „the town’s leading white citizens.“ He feels honored, and wants to do his best.

Things change when he and nine other black boys arrive at the hotel ballroom.

Suddenly I heard the school superintendent, who had told me to come, yell, „Bring up the shines, gentlemen! Bring up the little shines!“

The boys are blindfolded in a boxing ring to fight each other while prominent white folks smoke cigars and yell slurs and laugh.

My saliva became like hot bitter glue. A glove connected with my head, filling my mouth with warm blood. It was everywhere. I could not tell if the moisture I felt upon my body…

Ursprünglichen Post anzeigen 891 weitere Wörter

Grüße

Juni 1, 2016

Unser jüngster Sohn hat dieses Foto im Süden Äthiopiens aufgenommen. Es soll ein kleines Dankeschön sein, mit herzlichen Grüßen an alle, die hier immer mal wieder lesen.

Ich finde kaum noch etwas neues Berichtenswertes nach den fast zehn Jahren, in denen wir als Äthiopisch-Deutsche Familie zusammenleben. Und die Dinge, die vielleicht für den ein oder die andere wirklich interessant wären, kann ich aus Datenschutzgründen den Kindern gegenüber nicht mitteilen.

Unterdessen hat sich unsere Familie um ein Mitglied vergrößert, zu dem ich noch weniger sagen kann (Unbegleiteter Minderjähriger Asylbewerber).

Bio-, Groß-, Adoptiv-und Pflegemutter in einer Person zu sein und dabei mit drei afrikanischen Jungs in den Teenagerjahren zusammenzuleben lässt auch nicht allzuviel Zeit für anderes mehr.

Vielleicht ändert sich das auch mal wieder – bis dahin liebe Grüße und alles Gute all denen, die immer wieder den Weg hierher finden!

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