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Betyie

Februar 27, 2010

at home

Hier sind Geschichten und  aus dem deutsch-äthiopischen Leben  ebensolcher Familien gesammelt, sowie Beiträge zu den Themen

Ethik in internationaler Adoption

Verschiedene Ansätze zur Reform des internationalen Adoptionswesens

Offene Adoption

Umgang mit der Herkunftsfamilie der Kinder

Bewahrung der ethnischen Identität in bikulturellen Familien

Besondere Herausforderungen bei der Adoption älterer Kinder

Umgang mit Diskriminierung und Rassismus in Deutschland.

Bei Interesse an einer Adoption, einer internationalen Adoption oder einer Adoption aus Äthiopien  kann man hier erste Informationen und Eindrücke aus der Sicht von Eltern gewinnen.

Erfahrene Eltern finden hier vielleicht ebenfalls die ein oder andere Anregung.

Dieses Blog lag (Stand Mitte Juni 2012) ein ganzes Jahr lang still. Derzeit werden Beiträge aus anderen Formaten ergänzt.  Derzeit liegt ein Schwerpunkt auf dem Thema “Möglichkeiten der Reform der Internationalen Adoption”.

Disclaimer:

Wir drucken keinerlei Bilder, Namen oder Daten von Kindern ab, die zur Adoption freigegeben wurden oder hier als Adoptivkinder leben.Beiträge, die uns Bekannte überlassen, werden von uns überarbeitet und anonymisiert.Wir wollen und können keine Einschätzung oder gar Empfehlungen bezüglich der Arbeit von Vermittlungsstellen geben, da wir keinerlei Kenntnis über deren aktuelle Modalitäten haben.Hinweise auf Artikel anderer Autoren, in welcher Form auch immer sie vorliegen (Zeitung, Blog, Mail … ) verstehen sich als Zitat (im strengen Sinn) und sind jeweils so gekennzeichnet. Auf Inhalte von Links oder verlinkten Seiten haben wir keinen Einfluss.

Post ist willkommen an: Betyie@web.de

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Äthiopien trauert um seine 28 toten Mitbürger

April 21, 2015

Islamic State video

Quelle: http://www.latimes.com/world/africa/la-fg-islamic-state-video-ethiopian-christians-20150419-story.html

Quelle: Roots Ethiopia

Leseempfehlung: Six things I taught my children ….

April 21, 2015

In der Huffington Post erklärt eine Adoptivmutter, wie sie ihre schwarzen Kinder auf die Begegnung mit übergriffigen Erwachsenen vorbereitet:

http://www.huffingtonpost.com/rachel-garlinghouse/6-lessons-ive-taught-my-children-about-strangers_b_7094254.html

Der Artikel fasst eigentlich Bekanntes gut zusammen, lenkt aber die Aufmerksamkeit auch auf einen Aspekt, der manchmal etwas in Vergessenheit gerät:  auf  die Verbindung von unangemessenem übergriffigen Verhalten Erwachsener gegenüber Kindern, ermöglicht durch das Machtgefälle zwischen beiden (manche nennen das Adultismus), und rassistischen Einstellungen. Die Kombination aus beiden scheint besonders schwierig zu sein.

Allerdings dürfte es kaum einen Erwachsenen mit rassistischen Verhaltensweisen geben, der nicht zugleich auch im Allgemeinen zur Respektlosigkeit Kindern gegenüber tendiert.

Was ich als Mutter eines schwarzen Jugendlichen in den letzten drei Monaten über Rassismus gelernt habe – eine Bilanz

April 14, 2015

Lektion 1

EIn altbackener Spruch bleibt wahr, auch wenn er altbacken daherkommt: Wehret den Anfängen!

Ich werde nicht mehr darauf hoffen, durch indirekte Botschaften eine Person, die einen dummen, aber etwas subtiler angelegten rassistischen Spruch in Anwesenheit meines Kindes losgelassen hat, an Ähnlichem künftig hindern zu können, indem ich dieser Person geflissentlich zu verstehen gebe, dieses Kind sei das meinige, für dessen Wohlbefinden ich verantwortlich bin und Sorge trage.

(Wie komme ich überhaupt auf die Idee, jemand, der keinen Respekt für einen schwarzen Jungen aufbringt, ließe sich durch die Tatsache beeindrucken, dass eine weiße Mittelstandsmutter hinter diesem Jungen steht? Denkfehler – mein Fehler: Ein wirklicher Rassist kommt durch eine solche Kombination erst richtig in Fahrt!)

Stattdessen werde ich unmittelbar jeden konfrontieren, der es wagt, eine fragwürdige Bemerkung in Richtung meines Kindes zu machen und – vor Anderen –  genau nachfragen, wie diese Bemerkung wohl gemeint gewesen sein könnte und mich, falls es sich anbietet, direkt beschweren.

Lektion 2

Gehe als weiße Mittelstandsmutter gegen eine Person nachdrücklich vor, die dein schwarzes Kind rassistisch beleidigt – und erwarte Anfeindungen der feinsten Art durch einige – und vielleicht auch nicht wenige – Menschen aus deinem Umfeld.

Gleich, ob die Person, die dein Kind beleidigt hat, sich schon vielfach zuvor selbst disqualifiziert hat, Beschwerden anderer Art in anderen Zusammenhängen auf sich gezogen hat, für Verärgerung gesorgt hat – wenn es darum geht, ihr Grenzen durch Konsequenzen aufzuzeigen, ist sie am Ende das Opfer –  dein Opfer – in den Augen von nicht wenigen Menschen, denen du grundsätzlich Weitsicht und Reflektiertheit zugetraut hättest.

(Warum diese Solidarisierung? Weil man es von einer weißen Mittelschichtmutter für “überempfindlich” und “überzogen” hält scharf zu reagieren, wenn das eigene Kind rassistisch beleidigt wird? Wohl nur zum Teil. Denkfehler – mein Fehler – überhaupt anzunehmen, es sei grundsätzlich allen weißen Menschen möglich, die Tragweite und Konsequenz einer rassistischen Beleidigung auf Anhieb zu erfassen. Es scheint durchaus einige zu geben, die darin eher eine läßliche Ungeschicklichkeit sehen.)

Lektion 3

Gehe zusammen mit deinem Kind gegen rassistische Beleidigung vor und erwarte, dass die beleidigende Person der Konsequenz ihres Tuns zu entziehen versucht, indem sie sich auf Erinnerungslücken beruft.

Gehe zusammen mit deinem Kind gegen rassistische Beleidigung vor und erwarte, ihm die Logik der Aussagen des Beleidigers erklären zu müssen, der folgendes Konstrukt entwirft: Nein, die geahndete Äußerung (die mit strafrechtlicher Relevanz) ist natürlich nie gefallen – man ist ja beileibe alles andere als ein Rassist. Natürlich, einige flapsige Bemerkungen (die ohne strafrechtliche Relevanz) sind ja schon gefallen, das war vielleicht etwas weniger gelungen….

Gehe zusammen mit deinem Kind gegen rassistische Beleidigung vor und erwarte, dein Kind bei der Verarbeitung der Tatsache unterstützen zu müssen, dass es der Lüge bezichtigt wird  (ungeachtet der Zeugen, mit denen es sich auf wundersame Art abgesprochen haben soll, um eine gänzlich harmlose Person völlig unverdient zu schädigen).

Lektion 1-3 haben mich viel Lehrgeld gekostet und tun es noch.

Was bleibt ist die Gewissheit, dass nichts und niemand unsere schwarzen Kinder vor rassistischen Beleidigungen wird  schützen können – und die Suche nach Strategien, mit denen wir sie darin unterstützen können sich selbst jederzeit zu wehren.

Ohne Titel

April 14, 2015

family

Leseempfehlung: “I am a white mama raising a black young man”

April 10, 2015

Einen Blogbeitrag einer amerikanischen Mutter zum Thema findet man hier.

Promi-Bonus

März 10, 2015

Jeder, der das Eignungsverfahren des Jugendamtes durchlaufen hat um ein Kind adoptieren zu dürfen, und der /die sich dabei der Altersgrenze von 40 Jahren Altersabstand zwischen Eltern und Kind genährt hat, die angeblich nur eine Empfehlung darstellt, aber erfahrungsgemäß in der Praxis meist rigoros durchgesetzt wird, wird sich seinen Teil hierzu denken:

http://www.promiflash.de/reiner-calmund-so-schwierig-war-die-adoption-1503077.html

Das ist jetzt nur ein sehr kleiner Ausschnitt der vielen möglichen Blickwinkel, aus denen man diese Promi-Familiengründung betrachten kann –  so viel ist schon klar.

So ein weiter Weg …

März 9, 2015

Nach dem Spaziergang bei Frühlingswetter ein Blick in mein Tagebuch – heute vor fast zehn Jahren:

Mein Sohn, neu in Deutschland und neu in der Familie, fast ohne Sprache noch, voller Bewegungsdrang und unbändiger Energie, gerade vertraut mit den Gefahren befahrener Straßen und schon in der Lage, schneller als jeder andere in der Familie mit dem Fahrrad zu fahren, mit seinem Bruder und mir auf einer kleinen Ausflugsfahrt, um eine ältere Verwandte kennen zu lernen.

Bei gutem Wetter draußen in einem Gartenlokal in der Nähe des Waldes. Fröhliche Kinder – endlich sehen sie voller Hoffnung, nach dem ihnen ganz unbekannten grauen Winter. ein wenig Sonnenschein und erstes Blumengrün zwischen Schneeglöckchen und Krokussen. Es ist ein guter Tag.

Mein Sohn zieht seine Schuhe aus und klettert blitzschnell auf einen jungen Baum. Er bricht kleine trockene Zweige ab und wirft sie hinunter. Ziemlich verständnislos schauen wir ihm zu. Nach kürzester Zeit ist er wieder unten, sammelt die Zweige ein, bricht sie, einen um den anderen, auf eine Länge und bündelt sie schließlich mit einem Stück Schnur, das er auf dem Boden gefunden hat. Er packt das Bündel so sorgfältig, es wirkt fast kunstvoll. Dann nimmt er es feierlich in beide Hände und überreicht es unserer älteren Verwandten sehr zeremoniell – “Für dich, Feuer machen”. In einem Moment hat er eine Freundin fürs Leben gewonnen.

Wie seltsam, dass mir gerade heute diese Erinnerung in die Hände fällt – haben wir doch gerade kürzlich wieder bei neuen Bekannten mit der Information für Überraschung gesorgt, dass der Sohn nicht leibliches Kind ist und nicht einmal hierzulande geboren … Man würde, wenn man es nicht weiß, nicht mehr bemerken, dass er schon mehr als fünf Jahre alt war, als er dieses unfassbar neue Leben begann.

Und dennoch – er bleibt, wer er ist, passt nur seine Gesten an, nicht sein Wesen. Er ist stolz darauf, wie sein Leben verlief – und wie stolz können wir darauf sein, wie er ganz selbstverständlich erklärt, er möchte zwei Pässe haben, wenn er älter ist – natürlich bleibe er  immer noch ein Äthiopier.

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