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Betyie

Februar 27, 2010

at home

Hier sind Geschichten und  aus dem deutsch-äthiopischen Leben  ebensolcher Familien gesammelt, sowie Beiträge zu den Themen

Ethik in internationaler Adoption

Verschiedene Ansätze zur Reform des internationalen Adoptionswesens

Offene Adoption

Umgang mit der Herkunftsfamilie der Kinder

Bewahrung der ethnischen Identität in bikulturellen Familien

Besondere Herausforderungen bei der Adoption älterer Kinder

Umgang mit Diskriminierung und Rassismus in Deutschland.

Bei Interesse an einer Adoption, einer internationalen Adoption oder einer Adoption aus Äthiopien  kann man hier erste Informationen und Eindrücke aus der Sicht von Eltern gewinnen.

Erfahrene Eltern finden hier vielleicht ebenfalls die ein oder andere Anregung.

Dieses Blog lag (Stand Mitte Juni 2012) ein ganzes Jahr lang still. Derzeit werden Beiträge aus anderen Formaten ergänzt.  Derzeit liegt ein Schwerpunkt auf dem Thema “Möglichkeiten der Reform der Internationalen Adoption”.

Disclaimer:

Wir drucken keinerlei Bilder, Namen oder Daten von Kindern ab, die zur Adoption freigegeben wurden oder hier als Adoptivkinder leben.Beiträge, die uns Bekannte überlassen, werden von uns überarbeitet und anonymisiert.Wir wollen und können keine Einschätzung oder gar Empfehlungen bezüglich der Arbeit von Vermittlungsstellen geben, da wir keinerlei Kenntnis über deren aktuelle Modalitäten haben.Hinweise auf Artikel anderer Autoren, in welcher Form auch immer sie vorliegen (Zeitung, Blog, Mail … ) verstehen sich als Zitat (im strengen Sinn) und sind jeweils so gekennzeichnet. Auf Inhalte von Links oder verlinkten Seiten haben wir keinen Einfluss.

Post ist willkommen an: Betyie@web.de

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Lese-Empfehlungen für trübe Tage

April 18, 2014

Unglaublich, aber wahr: Autoren, die offen rassistische Theoreme in pseudowissenschaftlichem Gewand vertreten, finden auch in den USA immer noch problemlos Publikationsforen, wie dieser Beitrag hier zeigt: Die New York Times zitiert – ironischerweise im Zusammenhang mit Erziehung zur Moralität – Philippe Rushton:

Because the author, the late J. Philippe Rushton, had just been cited in an op-ed appearing in the New York Times as an authority on—wait for it—morality.

The Times op-ed, which offers advice on how to raise a “moral child,” cites a 1975 Rushton study on how various sorts of interventions would affect children’s likelihood to behave generously, so it’s not hard to see why it wouldn’t have set off any red flags. But do the Times editors not have Google? It doesn’t take a genius to figure out that when websites with names like “white power forum” are eulogizing someone, you might want to take a second look.

Der zitierte Artikel stammt aus dem immer wieder empfehlenswerten Blog “Africa is a Country”.

In einem komplett anderen Zusammenhang steht ein sehr berührender Text von Christine Moers über sechs Jahre Elternschaft für ihre drei aus Haiti adoptierten Kinder. Christine Moers steht als Mutter und öffentliche Person für das Konzept therapeutischer Elternschaft, das in den USA unter Adoptiveltern viel Zuspruch findet. Die prominenteste wissenschaftliche Autorin dieser Richtung ist Karyn Purvis. In zahlreichen online-Videos kann man einen ersten Eindruck von ihrer Arbeitsweise gewinnen. Im Wesentlichen basiert ihr Ansatz auf der Prämisse, dass neue Eltern quasi kompensatorisch frühe Verluste von traumatisierten Kindern wettmachen können sollten. Dies soll einerseits dadurch geschehen, dass die Eltern mehr auf Empathie und Verständnis setzen als auf gängige Mittel der Erziehung wie Konsequenz und Strafe. Andererseits geht es darum, besonders bei später adoptierten Kindern so weit als irgend möglich das frühkindliche Stadium nachzuholen, in dem Eltern ihren Kindern Bedürfnisse selbstverständlich und uneingeschränkt erfüllen. Christine Moers fasst diesen Grundgedanken so zusammen:

Our kids deserve love and loving acts, even when no one is feeling warm, loving feelings.

Repeat one of my mantras with me:  the only thing harder than parenting them is being them.

In diesem Zusammenhang zeigt sich quasi beiläufig übrigens der Kern der Problematik “therapeutischer Elternschaft”: Sie widerspricht nicht nur in ihren Handlungen nicht selten dem Grundsatz der Authentizität. Immer wieder wird es auch zum Thema, dass von seiten der Eltern “die Liebe fehle”, wie man damit umgehen solle, wenn zu dem adoptierten Kind “die Liebe sich nicht einstelle”, usw. Während es mit etwas Disziplin für Eltern kein Problem darstellen sollte, ihr Verhalten zu modifizieren, dürfte der Ansatz, fehlende Gefühle von Liebe durch fürsorgliche und wertschätzende Handlungen zu ersetzen, vielen unmöglich, unaufrichtig und auch am Ende wenig erfolgversprechend erscheinen.

Dennoch kann man die Kreativität der “therapeutischen Eltern” im Umgang mit problematischen Erziehungssituationen bewundern: Viele anregende und zweifellos ausgesprochen nützliche Tipps für den Alltag mit (später) adoptierten Kindern aus dieser Richtung finden sich derzeit in zahlreichen “Erziehungsblogs”; mir persönlich gefällt am besten dieser: http://www.thecorkums.com.

 

 

 

 

Shattered Families

April 12, 2014

b.:

Ein neues amerikanisches Blog veröffentlicht diesen berührenden Text:

Ursprünglich veröffentlicht auf pearl to be found:

We’re the ones who have watched grandmothers sob when told their child is now in America.

We’re the one who have seen falsified documents with our own eyes. Documents that claim this parent is dead when they’re standing right in front of us.

We’re the ones who have sat with adoptive parents and begged, begged them, to reconsider. Because those children? Their mom is right outside and she says she wants her babies back.

We’re the ones who have seen an aunt pick her niece up from the orphanage after she was kidnapped and the orphanage was told she was a cut and dry abandonment case. The little girl was on the list to be adopted, and now she’s home with the aunt who searched for months to find her.

We’re the ones who have seen fathers cry with joy when reunited with their children who got lost in the…

Original ansehen noch 449 Wörter

Was zu befürchten war ….

April 6, 2014

… hat sich offenbar nun zum ersten Mal bestätigt: Auch unter den so genannten “searchers”, die unabhängig arbeiten und versprechen, Kontakte zur Herkunftsfamilien herzustellen, sind nicht alle in jedem Fall zuverlässig.

Eine amerikanische Adoptivmutter hat eine Warnung vor dieser Agentur in verschiedenen Gruppen gepostet. Aus ihrem Text:

It has come to our attention that the story we were told was completely fabricated, a woman was asked to pose for pictures as our son’s birth mother, that this woman was promised money for having her picture taken (she was not paid the money she was promised), the story we were given about our son’s history was completely made up …

Es ist natürlich nicht zu überprüfen, inwieweit ihre Warnung faktisch berechtigt ist. Andererseits ist kaum anzunehmen, dass sie, die offenbar früher selbst diese Agentur einmal weiterempfohlen hat, ohne jeden Grund eine derartige öffentliche Warnung lancieren würde.

Außerdem: Adoption bedeutete in Äthiopien über viele Jahre für viele Menschen unter anderem auch ein gutes Geschäft. Warum sollten kommerziell arbeitende “searcher”  unter diesen Umständen “ethischer” handeln als viele der Mitarbeiter unethisch handelnder Agenturen, die es bei der Dokumentation der Herkunft der Kinder “nicht so genau” nahmen?

Unter diesen Umständen gilt für  einzelne suchende Familien nach wie vor, dass sie gut daran tun, sich persönlich über die Lebensumstände der Herkunftsfamilie ein Bild zu verschaffen. So lange die Herkunftsrecherchen, die den Adoptionspapieren beiliegen, nicht als verlässlich betrachtet werden können, und so lange Agenturen  nicht für die persönlichen Kontakte zwischen abgebender und aufnehmender Familie verantwortlich gehalten werden, sind suchende Familien notgedrungen auf Empfehlungen Dritter angewiesen, die mit “searchern” gute Erfahrungen gemacht haben.

Dass hier ein systemisches Problem zugrunde liegt, versteht sich von allein: Nur weil ich, oder andere Einzelpersonen, aufgrund eines persönlichen Vertrauensverhältnisses ausschließlich und und uneingeschränkt positive Erfahrungen mit der Herkunftsrecherche durch eine Person meines Vertrauens gemacht haben, wäre es völlig  verfehlt, die Gefahren eines “unregulierten Marktes” in diesem Bereich grundsätzlich als gering einzuschätzen.

So lange das Recht der Kinder auf Kenntnis ihrer Herkunft und Kontakt zu ihrer Herkunftsfamilie, wie es die UN-Konvention zum Schutz der Kinder vorsieht, nicht konsequent eingefordert wird, wird der unwürdige Zustand fortbestehen, dass manche Familien eben Glück haben und andere weniger, wenn es darum geht, ihren Kindern eine wahrheitsgemäße Herkunftsdokumentation anbieten zu können.

 

What’s in a Name in Ethiopia?

März 31, 2014

Ursprünglich veröffentlicht auf the world in words:


This is guest post from Africa-based Big Show reporter, Anders Kelto:

In Ethiopia, people have long used something called “house names.” They’re nicknames that family members give to one another. Traditionally, they have symbolic meanings. But the nature of those names is changing.

Kalkidan Hailemariam, a 19-year-old broadcast journalism student at the University of Addis Ababa, says her parents started calling her by her house name, Mitu, when she was about one year old.

Kalkidan Hailemariam aka Mitu

Kalkidan Hailemariam aka Mitu

“I didn’t know the meaning. Even my parents didn’t know what it means,” Kalkidan says.

“I really like [my house name]. When someone calls me Kalkidan, I don’t even turn my face,” she says.

Zelealem Leyew, a professor of linguistics at the University of Addis Ababa, says Mitu is a fairly typical house name for someone of Kalkidan’s age.

“We have these short and precise home names, like Tutu and Chuchu,”…

Original ansehen noch 447 Wörter

Ethiopian Scientist wins UNESCO award

März 26, 2014

Ursprünglich veröffentlicht auf Addis Journal:

Dr. segenet kelemu
Ethiopian Scientist Doctor Segenet Kelemu has been named the 2014 African Laureate in the 16th annual L’Oréal-UNESCO For Women in Science Awards. Currently Director General of the International Center for Insect Physiology and Ecology based in Nairobi, Dr. Segenet is the first Ethiopian to win the prestigious award. She joins five exceptional women scientists from around the world, one from each continent, who were recognized for their contribution to science at an awards ceremony, held at the Sorbonne in Paris last week (March 19) before an audience of personalities from the worlds of science, economics, academia and culture.

Original ansehen noch 224 Wörter

Lese-Empfehlungen fürs Wochenende

März 22, 2014

Wer in seiner Familie Kinder aus Kembata/Tembaro hat, möchte vielleicht lieber einer Hör-empfehlung folgen: Hier finden sich Kinderreime und Sprüche mit Übersetzung und Transkription.Manche Kinder, die noch über bewusste Erinnerungen an ihre Vergangenheit verfügen, erinnern sich möglicherweise an die Sprechsituation, auch wenn sie die Sprache lange “vergessen” haben.

Der für Adoptiveltern auf den ersten Blick vielversprechende Titel (How my White Mother shaped me into a Black Man) einer amerikanischen Publikation gehört zwar zu einem interessanten Text, lässt sich aber dennoch nur indirekt auf die Situation von Adoptivfamilien anwenden: Der junge Mann ist erstens leiblicher Sohn genannter Mutter und hatte zweitens immer guten Kontakt zu seinem schwarzen Vater gepflegt. Ansonsten findet sich bestätigt, was man immer schon wusste: Diverse Nachbarschaft, hinreichend Kontakt zur Community …..Viel interessanter als der Beitrag selbst sind die Kommentare dazu, in denen sich die Vertreter von grundverschiedenen Ansichten über die Aussagen des Verfassers streiten.

Diese Buchbesprechung behandelt einen Roman, der in der äthiopischen Diaspora angesiedelt ist. Bislang nur in englischer Sprache erhältlich und auch nicht ganz billig (ca. 25 USDollar). Die Rezension klingt allerdings so, als lohne sich der Kauf.

 

Rückgang von Adoptionen aus Äthiopien

März 22, 2014

Laut dieser Tabelle des amerikanischen DOS sind die Adoptionen aus Äthiopien nach USA im Jahr 2013 um fast 40% imVergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Es wurden 2013 knapp unter 1ooo äthiopische Kinder adoptiert.

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